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Wohnbau Living Hall

Das durch den Abbruch eines Mehrfamiliengebäudes frei gewordene Areal wird von unterschiedlichen Bebauungsstrulturen umschlossen. Östlich der Bahnhofstraße wird diese von einer geschlossenen Zeilenbebauung begleitet und westlich davon befinden sich unterschiedliche Bebauungen, bis hin zu einem markanten Hochhaus aus den 70ern.

Aus der  schiefwinkliger Grundfläche des Grundstücks und der Tatsache, alle vier Seiten frontal gegenüber bebaut sind, wurde eine Gebäudestruktur gwählt, welche die Ausrichtung der Wohnungen über Eck ermöglicht. Somit entstehen mehrseitig belichtete Wohnungen, welche jeweils über eine Eckloggia mit geschoßweise verspringenden Balkonen verfügen.

Das Gebäude versteht sich als Stadthaus mit Sockelzone, geschoßweise  gegliederten Fassaden und zurückversetzem Dachgeschoss. Das Thema „Punkthaus“ mit zentralem Stiegenhaus und Sanitärzone gewährleistet hohe Flexibilität bei der Grundrisslösung.

Der Zugang zum Gebäude erfolgt über einen im Nordost-Eck ausformulierten, erdgeschossigen Rücksprung. Ein Vorplatz am Schnittpunkt des nördlich verlaufenden Gehweges mit der Bahnhofstrasse wird als Übergang vom öffentlichen zum halböffentlichen Bereich geschaffen.

 

 

 

 

Rohbau Juni 2019

 

Bauherr: Future Life Bau GmbH

Planungsbeginn: 01/2017
Fertigstellung: 2020

Planung in ARGE mit Andrea Kammerlander

 

 

Sozialzentrum Zell am Ziller – Anerkennung, Eu-weit offener Realisierungswettbewerb

Die Ausgangssituation charakterisiert sich durch ein städtebaulich prägendes „Stammhaus“, welches durch Zubauten die letzten Jahrzehnte zunehmend verklärt wurde. Die zur Verfügung stehenden Erweiterungsflächen zur Schaffung eines Sozialzentrums liegen nördlich davon und sind durch öffentliche Erschließungswege abgetrennt.

 

Die vorgeschlagene Bebauung greift die vorhandenen und gewachsenen Durchwegungen auf und definiert an deren Schnittstelle, zur Verortung im Dorf, einen neuen Platz – den Kaiser-Franz-Josef-Platz.

Öffentliche Geh-u. Radwege bringen Leben ins Zentrum – die Bewohner können selbst entscheiden, in wieweit sie daran teilhaben wollen, lieber einen der privateren Außenbereiche aufsuchen, oder einfach von oben zuschauen wollen.

Die grundlegende Projektidee kann als Versuch gesehen werden, dem „Altwerden“ in zentraler Lage mitten im Dorf gerecht zu werden und beschäftigt sich mit dem Aufweichen von Grenzen zum „öffentlichen Leben“ hin.

Das Gebäude fungiert einerseits als städtebauliches Bindeglied zwischen vorhandenen Durchwegungen und Strukturen, definiert aber auch eine Adresse für die Bewohner des Sozialzentrums.

Die bestehenden öffentlichen Wege strukturieren das Sozialzentrum im Erdgeschoss in 3 Bereiche – Stammhaus, Servicebereich und Betreutes Wohnen.Das Thema des bestehenden „Stammhauses“ wird an selber Stelle aufgegriffen und führt so das identitätsstiftende Bild des Haupteingangs, welcher sich in der Achse der Hauskapelle befindet, weiter.

Über dem Erdgeschoss mit den öffentlichen Bereichen, wie Cafe und Veranstaltungssaal, befinden sich zwei Geschoße mit den Wohnbereichen und dem betreuten Wohnen.

Die Wohngeschosse gliedern sich jeweils in zwei Wohngruppen und einem Bereich für das Betreute Wohnen, wobei alle Bereiche barrierefrei durchschritten werden können und so ein Rundgang in jedem Wohngeschoss ermöglicht wird.

Im Dachgeschoss befinden sich die Bereiche für die Tagesbetreuung, sowie die Dachterrasse mit den geschützten Freibereichen, wie Sinnegarten und übersichtliche Rundwege.

Die Außenraumqualitäten gliedern sich in 3 Bereiche – der Kaiser-Franz-Josef-Platz als neue Begegnungszone im Dorf, dem Kräutergarten als beruhigter Bereich und Pufferzone vor dem Haupteingang und dem neuen Spielplatzbereich.

Der Ablauf kann unabhängig in einzelnen Schritten erfolgen.

Anfangs kann mit dem Neubau des „Servicetraktes“ und zwei zusätzlichen Wohngruppen begonnen werden – das alte Stammhaus und der Osttrakt bleiben vorerst unberührt.

In einem weiteren Schritt kann der Trakt für das betreute Wohnen gebaut und nach Übersiedelung der Osttrakt abgebrochen werden. Für die bestehende Arztpraxis wird im neuen Sozialzentrum eine Geschäftsfläche als Ersatz angeboten.

Im letzten Schritt wird das Stammhaus neuerrichtet und das Sozialzentrum zusammengeschlossen.

Um den „autofreien“ neuen Platz zu realisieren, wird östlich eine neue Anbindung der Spitalgasse an die Gerlosstrasse vorgeschlagen. Die Zufahrt zur Tiefgarage, sowie die Anlieferung erfolgt über den Rosengartenweg im Norden des Gebäudes.

Krankenpflegeschule St. Johann i. Tirol – 3. PREIS – geladener Realisierungswettbewerb

 

Das Areal ist dem Heilungs- u. Pflegequartier zugeordnet, bildet jedoch mit seiner Lage an der für das Stadtentwicklungskonzept wichtigen Verbindungsachse zum Bahnhof ein wesentliches Bindeglied.

Das Gebäude sieht sich als städtebaulichen Drehpunkt einerseits zwischen vorhandenen und künftigen Erschließungswegen – Klinik / Pflegeheim / Krankenpflegeschule – Bahnhof / Zentrum / südl. Entwicklungsgebiet und andererseits als Überleitung zwischen verschiedenen Quartieren – Tourismus- u. Shoppingzone / Heilungs- u. Pflegebereich.

Durch Situierung und Zuschnitt des Gebäudes wird das „Grüne Band“ in verschiedene Außenraumqualitäten zoniert und ein hoher Anteil an Freihalteflächen für künftige Erweiterungen der Klinik- u. Pflegeeinrichtungen erhalten.

Östlich der Pflegeschule ergibt sich eine Parklandschaft, welche in Verbindung mit der Esplanade das „Einsickern“ Richtung Zentrum ermöglicht und das Grüne Band als Erholungs- u. Ruhebereich Richtung Bahnhof erweitert.

Westlich geht der Außenraum in ein „Plätze und Wege“ – Netz Richtung Zentrum über

Der Ausschnitt für den überdeckten Zugang in der Sockelzone ermöglicht eine räumliche Verzahnung mit dem städtebaulich verbindenden Element des Grünen Bandes / Esplanade.

Die Mosaikfassade bildet eine monolithische Hülle und verstärkt die Projektidee des Gebäudes als „Pavillion im Park“.   

 

Das Grünraumkonzept setzt sich im Inneren des Gebäudes durch drei „Lichthöfe“ fort.

Um diese drei Höfe, von denen einer als Atrium ausgeführt wird, situieren sich Foyer/Aula und Marktplatzbereiche.

Vertikale Blickbeziehungen zwischen den verschiedenen Funktionsbereichen werden, trotz räumlicher Trennung, ermöglicht.

Die Funktionsbereiche Seminar / Simulation / Verwaltung befinden sich mit direkten Zugang vom Foyer im Erdgeschoss.

Der gesamte Lernbereich befindet sich im Obergeschoß und wird um den zentralen Marktplatz organisiert.

Der Marktplatz wird über zwei Oberlichten und das Atrium belichtet. Der Zugang der Schüler erfolgt direkt von den Garderoben im EG über eine eigene Stiege.

Das Gebäude wird über zwei getrennte Stiegen erschlossen, wobei die südliche Stiege als brandschutztechnisch abschließbares Treppenhaus mit direktem Zugang ins Freie ausgebildet werden kann.

Dieser Ausgang kann in direkter Nähe zum Lastenlift auch für Anlieferungen verwendet werden.

Die innere Struktur ermöglicht durch „bandartige“ Anordnung der Räume rund um den zentralen Erschließungsbereich eine hohe Flexibilität im Hinblick auf funktionelle Veränderungen.

geladener Realisierungswettbewerb                                                                     in ARGE mit Arch. DI Andrea Kammerlander

 

Wohnbebauung F49, Innsbruck

zwischen den Zeilen“

Die Höttinger Au ist ein heterogen gewachsener, weitläufiger Stadtteil von Innsbruck – Baumärkte, Einkaufszentren und Wohnbauten aus den 60ern und 70ern wechseln sich ab, ohne auf ein eigenes Stadteilzentrum verweisen zu können.

An der Schnittstelle zwischen sich ausdehnendem Zentrum und Peripherie entstand durch Stilllegung einer Tankstelle eine Z-förmige „Restfläche“, die einer Nachverdichtung zugeführt werden sollte. Die städtebauliche Ausgangssituation ist geprägt durch Fragmente einer frühen Blockrandbebauung und einer dominierenden Zeilenbebauung aus den 70ern.

Als Vermittler zwischen den bestehenden Strukturen wurde für das Areal eine zeilenartige Matrix vorgeschlagen, welche Bereiche von Wegen, Plätzen und Bauflächen definiert, wobei sich die sechs Gebäude der Erschließung unterordnen.

Man kann die zweidimensionale Matrix – wie ein Klappbild – entweder als Summe von zeilenartigen Strukturen oder als Volumen mit Einschnitten sehen.

   

Die öffentliche Durchwegung und Findung einer „neuen Mitte“ für das gesamte Quartier war ein wesentlicher Aspekt für die Verortung.

Die Erschließungsstruktur wird im Inneren der Gebäude weitergestrickt und setzt sich im Bereich der Verbindungsgänge (zwei Bauteile teilen sich ein Stiegenhaus) durch die Aufnahme von Blickachsen in Beziehung mit dem Außenraum. Die „rohe“ Materialisierung der Erschließungswege in Sichtbeton und Stahl macht die halböffentlichen Bereiche bis hin zur Wohnungstüre, welche als „Zäsur“ zum Privaten aus Holz ausgebildet wurde, lesbar.Je nach städtebaulicher Gewichtung entstand eine Höhenstaffelung und Versetzung der Gebäude zueinander.

Wie die städtebauliche Anordnung übergeordneten Regeln folgt, wurden auch der Ausformulierung der einzelnen Gebäude „Spielregeln“ zugrunde gelegt. Trotz auferlegter Regeln wurde bewusst Raum für eine spielerische, intuitive Verdichtung der Zeilenstruktur gelassen.

mk

Vielen Dank an David Schreyer, der das Projekt über einen  längeren Zeitraum fotografisch begleitet hat. http://www.schreyerdavid.com

 

Bauherr:
Weinberg Bauträger & Projektentwicklungs GmbH

Planungsbeginn: 03/2013 - Wettbewerb 1. Preis
Fertigstellung: 11/2016

Planung in ARGE mit wiesflecker-architekten

BG/BRG Sillgasse, Innsbruck – ANERKENNUNG – EU-weiter, offener Realisierungswettbewerb

Städtebauliche Einfügung

Die Städtebauliche Rolle des historischen Kernbaus, welcher zu wesentlichen Baudenkmälern in Verbindung steht, soll durch bewusste Setzung der neuen Baukörper verstärkt werden.

Mit dem Aspekt der identitätsstiftenden Wirkung des Stammhauses wird dies zur zentralen Projektidee.

Die derzeit heterogen wirkende Bebauung soll durch Schließung der Blockrandbebauung städtebaulich verortet und beruhigt werden.

Das Freispielen der charakteristischen Bestandsbauten (Stammhaus, Konservatorium) bildet das Gerüst für die vielschichtige Vernetzung des Schulareals mit der Stadt.

Die Durchwegung erfolgt abgestuft – von öffentlichen Bereichen außerhalb des Blockrandes, bis zu halböffentlichen/privaten Bereichen im Innenhof.

In der neu definierten Hofqualität übernimmt der prägende Konservatoriumsbau eine zentrale Rolle. Durch abrücken der Neubauten wird diesem mehr Raum gegeben und es entsteht für das Schulareal ein geschützter Freibereich zur individuellen Nutzung.

Die formal eigenständig ausformulierten Baukörper reagieren auf die Durchwegung und Vernetzung und nehmen sich in ihrer Höhenentwicklung zu den historischen Gebäuden hin bewusst hin zurück.

Gebäudetypologie

Zwischen dem historischen Stammhaus und dem Neubau spannt sich ein Foyerbereich auf, welcher einerseits von Norden, aber auch von Süden, über den Schulhof betreten werden kann.

Das Foyer verflechtet die Turnsäle räumlich mit den Multifunktionsbereichen und kann mittels frei zugänglichen Sitzstufen für Schüleraufenthalte genutzt werden.

Alle Multifunktionsflächen befinden sich im räumlichen Verbund und können flexibel zusammengelegt werden, um verschiedensten Anforderungen gerecht zu werden. Zum Schulhof hin können diese Nutzungen in den Außenbereich erweitert werden.

Das Stammhaus beinhaltet weiterhin die Verwaltung und Sonderunterrichtsräume. Durch Neustrukturierung der Stiegenhausbereiche mittels großzügigen, multifunktionalen Flächen, kann dies das Zentrum für den gesamten Schulkomplex werden.

Die Nachmittagsbetreuung befindet sich in direkter Nähe zu den Multifunktionsflächen, wurde aber bewusst durch eine „Gasse“ getrennt und bildet mit dem Bewegungsraum eine Einheit – auch für externe Nutzungen.

In diesem Baukörper, welcher den Blockrand Richtung Süden schließt, werden die Geschoßhöhen des Bestands aufgenommen, um die Nutzungen in direktem Verbund mit dem Stammhaus zu erweitern und

eine übersichtliche Clusterbildung zu ermöglichen.

Der blockrandschließende Baukörper Richtung Westen nimmt alle Stammklassen-Cluster mit zugehörigen Freibereichen für offenes Lernen auf. Die Gebäudestruktur ist so ausgelegt, dass die Bereiche für offenes Lernen frei wählbar und flexibel mit Stammklassen tauschbar sind.