Sozialzentrum Zell am Ziller – Anerkennung, Eu-weit offener Realisierungswettbewerb

Die Ausgangssituation charakterisiert sich durch ein städtebaulich prägendes „Stammhaus“, welches durch Zubauten die letzten Jahrzehnte zunehmend verklärt wurde. Die zur Verfügung stehenden Erweiterungsflächen zur Schaffung eines Sozialzentrums liegen nördlich davon und sind durch öffentliche Erschließungswege abgetrennt.

 

Die vorgeschlagene Bebauung greift die vorhandenen und gewachsenen Durchwegungen auf und definiert an deren Schnittstelle, zur Verortung im Dorf, einen neuen Platz – den Kaiser-Franz-Josef-Platz.

Öffentliche Geh-u. Radwege bringen Leben ins Zentrum – die Bewohner können selbst entscheiden, in wieweit sie daran teilhaben wollen, lieber einen der privateren Außenbereiche aufsuchen, oder einfach von oben zuschauen wollen.

Die grundlegende Projektidee kann als Versuch gesehen werden, dem „Altwerden“ in zentraler Lage mitten im Dorf gerecht zu werden und beschäftigt sich mit dem Aufweichen von Grenzen zum „öffentlichen Leben“ hin.

Das Gebäude fungiert einerseits als städtebauliches Bindeglied zwischen vorhandenen Durchwegungen und Strukturen, definiert aber auch eine Adresse für die Bewohner des Sozialzentrums.

Die bestehenden öffentlichen Wege strukturieren das Sozialzentrum im Erdgeschoss in 3 Bereiche – Stammhaus, Servicebereich und Betreutes Wohnen.Das Thema des bestehenden „Stammhauses“ wird an selber Stelle aufgegriffen und führt so das identitätsstiftende Bild des Haupteingangs, welcher sich in der Achse der Hauskapelle befindet, weiter.

Über dem Erdgeschoss mit den öffentlichen Bereichen, wie Cafe und Veranstaltungssaal, befinden sich zwei Geschoße mit den Wohnbereichen und dem betreuten Wohnen.

Die Wohngeschosse gliedern sich jeweils in zwei Wohngruppen und einem Bereich für das Betreute Wohnen, wobei alle Bereiche barrierefrei durchschritten werden können und so ein Rundgang in jedem Wohngeschoss ermöglicht wird.

Im Dachgeschoss befinden sich die Bereiche für die Tagesbetreuung, sowie die Dachterrasse mit den geschützten Freibereichen, wie Sinnegarten und übersichtliche Rundwege.

Die Außenraumqualitäten gliedern sich in 3 Bereiche – der Kaiser-Franz-Josef-Platz als neue Begegnungszone im Dorf, dem Kräutergarten als beruhigter Bereich und Pufferzone vor dem Haupteingang und dem neuen Spielplatzbereich.

Der Ablauf kann unabhängig in einzelnen Schritten erfolgen.

Anfangs kann mit dem Neubau des „Servicetraktes“ und zwei zusätzlichen Wohngruppen begonnen werden – das alte Stammhaus und der Osttrakt bleiben vorerst unberührt.

In einem weiteren Schritt kann der Trakt für das betreute Wohnen gebaut und nach Übersiedelung der Osttrakt abgebrochen werden. Für die bestehende Arztpraxis wird im neuen Sozialzentrum eine Geschäftsfläche als Ersatz angeboten.

Im letzten Schritt wird das Stammhaus neuerrichtet und das Sozialzentrum zusammengeschlossen.

Um den „autofreien“ neuen Platz zu realisieren, wird östlich eine neue Anbindung der Spitalgasse an die Gerlosstrasse vorgeschlagen. Die Zufahrt zur Tiefgarage, sowie die Anlieferung erfolgt über den Rosengartenweg im Norden des Gebäudes.